Freedom Not Fear 2013 Video and Report

Spät aber doch, hier eine kleine Erinnerung an die Freedom Not Fear 2013 in Brüssel.

Last but not least, a small memory of the Freedom Not Fear 2013 in Brussels.

English translation below.

Unite to be strong! – Von diesem Motiv geleitet, kamen am Wochenende des 27. bis 30. September diesen Jahres mehr als 70 Aktivist_innen in die europäische Hauptstadt. Aus insgesamt 17 EU-Ländern und den USA versammelten sich die Teilnehmer_innen, um ihre Erfahrungen auszutauschen und von den Situationen in anderen Mitgliedstaaten zu lernen.
Eröffnet wurde die diesjährige ‚Freedom Not Fear‘ durch eine Rede des ehemaligen Datenschutzbeauftragen von Microsoft, Caspar Bowden. Er betonte die weitreichende Bedeutung der Enthüllungen Edward Snowdens für den Datenschutz weltweit und machte deutlich, dass der Erfolg einer europäischen Datenschutzreform besonders von der Höhe des Strafmaßes abhängig sei, denn nur wenn die Verantwortlichen bei großen Internet-Unternehmen hohe Geld- oder gar Gefängnisstrafen zu befürchten hätten, ließe sich eine gesetzeswidrige Zusammenarbeit etwa mit der NSA verhindern.
Die „Freedom not Fear“ bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich in zahlreichen Workshops zu unterschiedlichen Themen zusammenzufinden, sich auszutauschen und gemeinsame Aktionspläne zu entwerfen – Themen wie RFID (radio-frequency identification), Drohnen-Überwachung, Open Source Software, biometrische Gesichtserkennung oder Netzneutralität wurden in diesem Tagen diskutiert und die Ergebnisse in einem offenen Plenum zusammengetragen, einander vorgestellt und auf diese Weise allen Teilnehmer_innen zugänglich gemacht. Am Samstag Nachmittag schloss sich die Gruppe zu einem Spaziergang zusammen, um die natürliche Umgebung von NSA-Aktivitäten zu besichtigen. Vorbei am Google-Gebäude, dem EU Intelligence Analysis Centre und der britischen, deutschen und amerikanischen Botschaft, wo der Ausflug von der Polizei beendet wurde.

Einen besonderen Höhepunkt stellte die Teilnahme der Aktivist_innen an der 4. Anhörung des Ausschusses für bürgerliche Freiheit, Justiz und Inneres (LIBE) des Europäischen Parlaments anlässlich der elektronischen Massenüberwachung dar. Hier kamen Whistleblower_innen der NSA und des MI5 zu Wort – Thomas Drake und Annie Machon sprachen über ihre Hintergründe und Erfahrungen und betonten die Notwendigkeit, einen besseren Schutz für Whistleblower_innen zu gewährleisten. Auch Jesselyn Radack, die als Anwältin für Whistleblower_innen tätig ist, gab den Parlamentarier_innen einen Einblick in ihren Arbeitsalltag und konnte hervorheben, wie groß die gesetzlichen Defizite zum Schutz von Whistleblower_innen sind. Zusätzlich übermittelte sie eine Botschaft von Edward Snowden an das Europäische Parlament, in der sich der ehemalige NSA-Analyst für das Engagement zur Aufklärung dieses Überwachungsskandals bedankte. Die Aufzeichnung der 4. Anhörung und weitere Informationen sind unter folgendem Link abrufbar.

Die nächste Freedom not Fear ist bereits für Ende September 2014 geplant und verspricht mindestens genauso interessant und bereichernd zu werden.

Die teilnehmenden Vereine sind hier zu finden.

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Unite to be strong! – Inspired by this motto, 70 activists from 17 different countries and the USA got together on the weekend of September 27th to September 30th   in the European capital of Brussels. They met to share their experiences and to learn from each other’s situations in all the different countries.
The opening event of the “Freedom not Fear” was a key note speech of Caspar Bowden, the former data protection commissioner of Microsoft. He highlighted the immense importance of Edward Snowden’s leaks for worldwide data protection and that the success of the European data protection reform strongly depends of the degree of the penalty bosses of IT-companies need to fear. Because only if there were high fines or even prison sentences for high IT-company officials could there be prevention of an illegal cooperation with the NSA.
The “Freedom not Fear” provided the opportunity to all participants to visit numerous different workshops on topics such as mass surveillance, drones, RFID (radio-frequency identification), open source software, encryption, automatic facial recognition, smart borders or net neutrality. The discussions which took place over this weekend were collected and presented in a plenum and so placed at the disposal for all participants. On Saturday afternoon the group took a walk around Brussels to have a look at the “natural habitat” of the NSA-surveillance. Among the visited sites were the Google headquarters, the EU intelligence analysis centre and the British, German and American embassies, where the walk was first observed, then stopped by police forces.

A special highlight for the activists taking part was the possibility to attend to the 4th inquiry of the EU LIBE Committee (Civil Liberties, Justice and Home Affairs) on electronic mass surveillance. There were whistleblowers of the NSA and the Mi5 – Thomas Drake and Annie Machon talked about their backgrounds, motives and experiences and pleaded for a better protection of whistleblowers all over the world. Also, one of the speakers was a famous whistleblower attorney Jesselyn Radack, who was giving a small insight into the difficulties of performing her job to the Members of Parliament participating in the LIBE inquiry. She pressed them for stricter laws for the protection of whistleblowers and also forwarded a letter from ex-NSA analyst Edward Snowden to the European Parliament. In his letter he thanked all the people for trying to shed some light in the case of electronic mass surveillance.
For records of the 4th Hearing and further information please visit here.

The next “Freedom not Fear” is already planned for the end of September 2014 and might be even more interesting than the last one!

You’ll find the links to the other organizations in here.

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